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Schon gewusst...?
Im Mittelalter legte man seinen Löffel mit der Öffnung der Mulde nach unten, damit sich darin keine Dämonen sammeln konnten, die man dann mit dem nächsten Bissen heruntergeschluckt hätte.

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Der Griffel

Ein Griffel für Wachstafeln

Mit Griffeln wie diesen aus einem Fund bei Bremen wurden die Wachstafeln beschrieben.



Die Wachstafel

Einzelne Wachstafel

Eine einfache Wachstafel aus dem Kölner Stadtmuseum

Man nehme ein möglichst plan geschnittenes Brett und arbeite eine flache Mulde von möglichst rechteckigem Format in die Oberfläche ein. Diese fülle man mit flüssigem Wachs, streiche dieses glatt und lasse es langsam abkühlen. So oder ähnlich könnte die Bauanleitung für das Notizbuch des Mittelalters aussehen: Die Wachstafel.

Wachstafeln wurden in verschiedenen Formen hergestellt: Von einfachen Holzbrettern mit einseitiger Wachsbeschichtung bis zu 10-seitigen, mit Metallringen gebundenen Büchern reicht die Palette der Fundstücke. Die meisten Wachstafeln waren eher klein - die meisten Fundstücke bewegen sich in einem Bereich von nicht einmal 10x20cm Kantenlänge.

Da Pergament teuer und Papier noch nicht verbreitet war, benötigte man andere Alternativen für alles, was man zwar schreiben, nicht aber lange behalten wollte. Zwar liess sich auch Pergament ein paar mal abschaben und dann wiederverwenden, doch auch die Tinte war teuer. Für alle Schreibaufgaben, die nicht notwendigerweise dauerhaft sein sollten, wurden daher gerne Wachstafeln verwendet.

Wachstafelbuch

Ein Wachstafelbüchlein aus dem Bremer Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte

Die Anwendung ist denkbar einfach: Man schreibt mit einem einfachen Holzgriffel auf der Wachsschicht. Die Buchstaben werden dabei eingeritzt. Werden die niedergeschriebenen Dinge nicht mehr benötigt oder wird der Platz für Anderes benötigt, wärmt man das Wachs etwas an und streicht es glatt - schon hat man wieder eine ebene, jungfräuliche Schreibfläche.

Neben der offensichtlichen Verwendung als löschbares Notizbuch, für die es auch hinreichend viele Fundstücke gibt, boten sich Wachstafeln auch für Klosterschüler an, die schreiben lernen sollten. Auf einer Wachstafel war es schlicht egal, wie oft man sich verschrieb. Man kriegte was hinter die Ohren (nicht auf die Finger, die wurden gebraucht), die Seite wurde gelöscht und auf ein Neues.

Es sind aber auch Wachsbücher gefunden worden, deren Inhalt darauf schliessen läßt, dass Wachstafelbücher durchaus auch für dauerhafte Niederschriften gedacht waren. Diese Anwendung der Wachstafeln scheint aber eher die Ausnahme zu sein.

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